Die Werke von Johannes Schießl sind eine unscheinbare, aber grundlegende Reduktion von Farbe.
2-3 Grundfarben in Kombination beider Unbuntfarben, mehr sollte nicht nötig sein. Daraus eine Farbwelt zu erschaffen, ist (s)ein absolutes Kriterium professionellen Schaffens.
Die vermeintliche Nihilierung jeglicher Figuration ist momentanes Credo, die Abkehr von Realismus eine Genesis aus seiner Tätigkeit als plein-air Landschaftsmaler und Expeditionszeichner. Kein Salongepinsle also oder buntes Tohuwabohu, authentische Bilder mit Mehrwert sind erklärtes Ziel.
Schießl ist Musiknarr. Bands wie Slayer, Soulfly, Sodom, Kreator, Paradise Lost, Gojira oder Therapy? sind nicht nur Ateliergefährten. Sie beflügeln das Werk, sind aber nicht zwangsläufig Inhalt, manchmal einfach nur Bildtitel. Wer aber hierbei nur an Musik denkt vergisst, dass der Künstler ursprünglich aus der Landschaftsmalerei erwuchs. Plein-air-Malerei traf Expeditionszeichner und beides ist auch heute noch subtil gegenwärtig: die Tiefengebung und die zahlreichen Farbschichten lassen seine Erfahrungen aus dem Amazonas Dschungel und der Atacama Wüste noch lebhaft erahnen. es sind wohl irgendwie doch Seelenlandschaften, auch wenn dieser Titel bescheiden anmutet.
Anmerkung: wer die Werke ohne Schriftinformation und in Groß betrachten möchte, muss einfach auf das Werk klicken
Fotos: Bernd Telle