Seit geraumer Zeit fasziniert mich das Gemälde "Die Toteninsel" von Arnold Böcklin, das ich im Original in Leipzig mir zu Gemüte führen konnte. Dieses Gemälde wurde so immanent, dass ich mich gerade daran abarbeite. Zuerst innerhalb einer zeichnerischen Annäherung und dann auch in diversen Perspektivenwechsel: Was genau sieht der Protagonist, was sieht man hinter dem Protagonisten? Bei Böcklins Original stört mich der orange verhangene Sarkophag, welcher vor dem Protagonisten auf dem Kahn ruht. Diesen habe ich zuerst beibehalten, aber später gemerkt, dass er mich stört. In meinen Toteninsel-Werken geht es nicht um einen Transfer eines Toten in einer Kiste, sondern um den letzten Weg eines Lebenden in das "Great Beyond". Noch habe ich mich nicht entschlossen was dies genau sein soll, noch hat das Werk selbst keinen Entschluss gefasst. In dem Ateliereinblick anbei sieht man im Hintergrund eine malerische Umsetzung der bisher erfolgten Zeichnungen als ein Dyptichon, wobei ich mich auf den Bootstransfer zwischen den beiden Steinsäulen fokussiert habe. Es ist ein Werk im Progress und hat noch kein Finale gefunden, jedoch zeigt sich bereits jetzt schon der Wille, das Gemälde nicht zu "zermalen", zu überkleistern. Ich will es möglichst offen halten, bewusst Stellen forcieren, die lasiert oder unausgegoren erscheinen. Mal schauen wohin der Weg führt, wohin das Gemälde will. 


Zwischenstadium des Diptychons, wahrscheinlich der Serie WvPüi zugehörig. Infos dazu im Textblock davor.

Zwischenstadium des Diptychons, wahrscheinlich der Serie WvPüi zugehörig. Das rote Licht kommt nicht von einer schlechten Ausleuchtung, sondern symbolisiert die Situation und Stimmung zu Beginn oder Ende des Tages. Und für alle "Fans" meiner abstrakten Werke: Es handelt sich nur um eine kleine figürliche Ausbüchsung.